6. Tagebucheintrag - Radtour zum Fort Bullen
Donnerstag 15. Oktober 2009 von admin
Es zählt ja nicht zu einer unserer Stärken, früh aufzustehen, damit wir aber noch etwas Kühle im Morgen nutzen können um uns zu auf den Weg zu machen, starten wir gegen Neun Uhr. Wir kommen gut voran und durch die Städte geht’s auch recht gut, da der Verkehr noch nicht so stark ist. Schnell wird es wärmer und bis nach Banjul und zur Fähre, die wir über den Gambia nehmen ist es schon wieder bullen heiß. Tobby schwitzt sich im Schatten an der Fähre die Seele aus dem Leib und ist total überhitzt. 30 Km liegen hinter uns und wir sind uns wieder mal einig, dass die Hitze nun wirklich nix für uns ist.
Menschen tummeln sich vor der Ladebrücke der Fähre, LKW´s und Autos warten auf die Ankunft der Fähre. Kleine „Daus“, die ebenfalls als Transportboote genutzt werden, werden mit Lebensmitteln beladen. Silas sagt mir das mit diesen meist stark beschädigten Boote, die Menschen für viel Geld vom Strand aus nach Spanien flüchten, um ins Wunderland Europa zu gelangen. Unglaublich, dass Menschen sich in so eine Gefahr begeben, um sich den Traum eines besseren Lebens zu erfüllen und dabei ihren eigenen Tod in Kauf nehmen. Viele Boote gehen einfach unter, verschwinden und die Menschen werden nie wieder gesehen. Neulich gab es wohl einen Zwischenfall, wo sich ein Flüchtling eine Zigarette auf einem Boot angezündet hat und das Benzin im Boot Feuer gefangen hat.
Die Fähre landet und wir gehen an Bord. Im wohl üblichen organisierten Chaos wird die Fähre bis zum letzten Platz gefüllt. Ich frage mich, wie hoch das maximale Beladungsgewicht ist, will es aber besser dann doch nicht wissen. Schließlich fährt die Fähre schon bestimmt seit hundert Jahren und hat so manch raue See überstanden. Es geht über den Hauptstrom des Gambia (ca. 6 Km). Auf der anderen Seite besuchen wir dann das Fort, eine alte Festung, die das gesamte Delta des Flusses verteidigt hat und daher sehr berühmt ist sagt der Tobby. Danach versuchen wir die extreme Mittagshitze bei einem Essen und kühlen Getränken in einem Restaurant zu überbrücken.
Die Rücktour ist dann weniger entspannt, der Verkehr hat abends stark zugenommen. Wir fahren durch die verstopften Straßen und ich will gar nicht an die ganzen defekten Bushtaxies und Taxis denken, die vor und hinter uns fahren. AUGEN ZU UND DURCH! Wer bremst verliert und was nicht passt wird passend gemacht. Ich entgehe nur knapp ein paar Zusammenstößen, allerdings auch nur im Schritttempo. Am besten man hängt sich an ein paar einheimische Radfahrer und schaut, wie die durch den Verkehr kommen. Irgendwie schaffen wir es durch den dicksten Verkehr ohne Blessuren und Beschädigungen. Danach machen wir erst mal eine ausgiebige Pause an der Nationalbrauerei, deren Bier uns schon so viele vergnügliche Abende bereitet hat. PROST!
Nach diesem anstrengend Ausflug geht’s dann früh ins Bett.
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