Herbert Knebel trat für guten Zweck in die Pedale
Mittwoch 16. September 2009 von admin
Mittwoch 9. September 2009 von admin
„So ein Tag, so wunderschön wie heute…“ Wenn wir Karmariders am Ende des Tages noch die Kraft gehabt hätten, ein Lied zu singen, es wäre wohl dieses Lied gewesen. Aber die Kraft fehlte sicherlich nicht nur uns! Aber der Reihe nach, denn es soll ja Menschen geben, die unsere Homepage besuchen und nicht mitgemacht haben. Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, aber ist wohl so…
Woran merken die Karmariders, dass die Tour bevorsteht? Christian wird nervös, geradezu hektisch! Aber das kennen wir ja schon und keiner lässt sich anstecken. Im Gegensatz zum Vorjahr haben wir unsere Pflichten aber auch auf mehreren Schultern verteilt, neben Christian, Tobby, Karsten, Oliver, Jessica, Jens, Torben und mir, die letztes Jahr die Deutschland- und Indientour vorbereitet haben, konnten wir nun Nina, Kristina, Katrin und Linda zusätzlich in unserem Kreis begrüßen, der sich zunächst sporadisch traf und seit circa drei Monaten (fast) jeden Sonntag trifft. Wer jetzt also noch denkt wir wären „die Jungs von den Karmariders“, der irrt. Außerdem verhält sich die Sache mit den Karmariders wie folgt: Jeder, der auch nur einen Cent zu dieser Aktion beigetragen hat, oder eine noch so kleine Anstrengung unternommen hat, um diese Aktion zu unterstützen, der ist ein Karmarider, denn er/sie hat was Gutes für andere getan. So kommt man in den Club, also wer sind jetzt die Karmariders?!?
Für uns begann der Tag eigentlich schon einen Tag vorher. Klingt paradox, aber am Abend vor der Tour haben wir Organisatoren uns zum Grillen getroffen und so die Kraftreserven für den morgigen Tag gefüllt. Besonderheit hierbei, wir waren selbst überrascht, dass wir an diesem Abend sonst keine Aufgabe mehr hatten. Offenbar waren wir gut vorbereitet, oder zumindest haben wir das geglaubt.
Am Morgen ging es dann um 08:00 Uhr los gen Duisburger Innenstadt. Die einen mit ihren Rädern, denn sie organisieren die eigentliche Radtour, die anderen mit dem Auto, sie organisieren das „Drum-Herum“. Schon um neun sind wir mit dem Aufbau weitgehend fertig und erneut von uns überrascht, wir haben unser Team für den Tag noch erweitert, Beate und Tom unterstützen uns zusätzlich. Jetzt kann es los gehen, nur noch zwei Dinge können uns stoppen: katastrophales Wetter oder ein Ausbleiben der Mitradler.
Schon um 09:45 Uhr kommen die Ersten an und schnell füllt sich der Opernplatz, der zwar etwas zugig ist, aber sicherlich zu dem Schönsten gehört, was Duisburg zu bieten hat. 10:30 Uhr, der Platz ist schon gut gefüllt, als Eddi mit seinen ersten Klarinette-Stücken fertig ist. Die gute alte Deutsche Tradition, sich in eine Schlange zu stellen, sobald man eine sieht, scheint auch den Anmeldeprozess zügig voranzubringen. Schon jetzt ist klar, die Mitradler sind nicht ausgeblieben! Im Gegenteil, es sind etwa 180 Menschen da, ein Traum, die insgeheim erhofften 150 Mitradler waren also nicht nur auf dem Papier übertroffen, sondern auch in Wirklichkeit. Nun wartet alles auf Herbert Knebel, der die letzten Worte an das Fahrerfeld richtet, bevor es losgeht. Herbert Knebel, es kann eigentlich keinen besseren Schirmherrn für die Ruhrputttour geben. Keiner verkörpert so sehr das Ruhrgebiet - und die Menschen darin - wie er, man kann fast sagen, er ist das Ruhrgebiet! Dann geht es los und ein endloser Wurm zieht von dannen. Schnell kommt eine weitere Befürchtung auf: ist der Zeitplan, den wir aufgestellt haben angesichts eines so großen und heterogenen Fahrerfeldes überhaupt realistisch. Das musste sich erst noch zeigen.
Tatsächlich zeigte sich an den „Bergen“, dass es für den einen oder anderen nicht ganz so leicht war. Erschwerend kam hinzu, dass es jeweils anschließend keine Pause gab. Während also die Gipfelstürmer oben auf den Rest warteten, musste das Hinterfeld Pausen einlegen. Das ist aber auch das einzige, was man der ansonsten hervorragend vorbereiteten Polizei vorwerfen musste.
Ohnehin gab es ja zwei Pausen auf der Strecke. In Essen-Borbeck wurden wir vom Don-Bosco-Gymnasium empfangen, die sich trotz eines gewissen Termindrucks stark ins Zeug gelegt haben, um alle Radler bestmöglich zu versorgen. Vielen Dank dafür!
Auch Bochum war sicherlich ein Highlight, was nicht nur an unseren Freunden von Just-In-Tune lag, die dem Publikum zum Abschied sogar unsere „Hymne“ gespielt haben. Die Ganze Lokation passte einfach zu uns, die gemütliche Biergartenatmosphäre, ohne jeden Verzehrzwang ermöglichte es allen, den Tank wieder zu füllen. Also vielen Dank an das Mandragoa und das Team des Bermuda-Dreicks! Es gab sicherlich nicht wenige, die sich gewünscht hätten, dass die Tour hier enden würde. Ich selbst musste unwillkürlich an den Ausspruch von Udo Bölts zu Jan Ulrich denken, als man sich die Tour-de-France noch ansehen konnte: „Quäl Dich, Du sau!“ (Bitte nicht persönlich nehmen!)
Und es haben sich alle gequält, der Anblick der Sättel viel sicherlich vielen schwer und das erste Setzen wurde zu einer kleinen Schmerzpartie. Bloß nicht wieder aufstehen, wenn man einmal sitzt! Nach vielen „Ahhs“ und „Ohhs“ schlengelte sich der Tross weiter und mit dem Ziel vor Augen wurde sogar die Laola-Welle angestimmt.
Endlich war Dortmund erreicht.
Nach nicht enden wollenden 73 Kilometern (nicht wie von uns proklamiert 65,7 km) und unglaublichen und im Ruhrgebiet nie vermuteten 280 Höhenmetern war es geschafft. Die Berge der ersten Kategorie wie dem Anstieg kurz vor Essen-Borbeck (Col des Borbeck, ca 88 m über N.N.) und bei Wattenscheid (Alpe d´Wattenscheid ca. 135 m über N.N.). Man kann sogar von einer Bergankunft sprechen, liegt doch Duisburg auf 35 m über dem Meeresspiegel, Dortmund auf (unmenschlichen) 80 Metern.
Anschließend haben noch ca. 80 Teilnehmer den Abend im Tempel ausklingen lassen. Allerdings haben sich ausnahmslos alle recht früh verabschiedet. Auch wir, allerdings waren wir dabei total erleichtert. Einerseits, weil der Ablauf weitgehend reibungslos verlaufen ist und es keinen ernsthaften Unfall gegeben hat (wir hatten im Fahrerfeld übrigens einen Arzt, dessen Tochter hat für den einzigen kleinen Unfall gesorgt…;-), andererseits waren wir erleichtert, weil wir, anders als im Vorjahr, nicht weiter 31 Tage durch Deutschland radeln mussten…
Daniel H. hat die Gruppe auf dem Weg von Essen nach Bochum verloren. Leider konnte er sie nicht wieder finden und ist deswegen zur nächsten Tankstelle um nach dem Weg zu fragen. „A40!“ lautete die Antwort. Nachdem Daniel den Tankwart aufgeklärt hatte, ging es für ihn mit einem 7 Euro teuren Stadtplan weiter. In der Stadt hat er sich dann ein Eis gekauft und sich von einer älteren Dame den Weg zu unserem Treffpunkt erklären lassen. Dort kam er dann etwa 15 Minuten nach allen anderen mit einem Eis in der Hand an.
Gerhard L. ist stolze 73 Jahre alt und hat die Tour dennoch von Duisburg bis Dortmund gemeistert. Laurie S. ist im sechsten Monat Schwanger und ist bis Bochum mitgefahren, wenn ich dran denke, wie viele Schwangere in meinem Bekanntenkreis ab dem ersten Tag der Schwangerschaft nicht mehr schwer heben wollen und eigentlich tot krank sind, dann muss ich schon echt meinen Hut ziehen!
Tom hatte am 29.08 Geburtstag und ist dennoch den ganzen Tag mit uns gefahren und hat uns zudem kostenlos mit seiner Technik, also den Mikros und der Anlage und dem ganzen Zeug, versorgt…
Heiner, der Mann in der gelben Weste, hatte für alle Notfälle stets eine schnelle Lösung und wenn es mal länger gedauert hat, dann hatte er ein Ersatzrad zum Abgeben. Sehr zum Ärger von Klaus, der beim steilsten Anstieg auf eben einem solchen Rad saß und statt auf 21 Gänge nur auf 3 zurückgreifen konnte…
Jörg, der Fahrer des Begleitwagens hat eine Engelsgeduld. Anders ist es nicht zu erklären, dass er mit 12 Km/h hinter dem Tross hergefahren ist. Zudem hat er die Bananen und Getränkeversorgung sichergestellt. Letztere wurde aber nur dürftig genutzt, nur drei Kästen Wasser wurden getrunken ïƒ Ihr müsst mehr trinken!
Ingo hat den Urlaub mit seiner Freundin einen Tag früher beendet um alles zu Filmen. Unser gemeinsames Ziel ist es, eine Dokumentation über diesen Tag zu drehen. Wenn es so weit ist, laden wir Euch zu einer Filmvorstellung ein.
Thomas, dessen Engagement wir es zu verdanken haben, dass diese Tour logistisch so gut abgesichert ist. Von ihm, bzw. seiner Firma DPD kam sowohl der Transporter für die Bühne, die Anlage und die Ricksha und noch etwas Tüddel, als auch die beiden Transporter für die Fahrräder und natürlich die T-Shirts. Der Wahnsinn, oder? Eigentlich wollte er dieses Jahr auch wieder mitradeln, aber vielleicht hat er die Schmerzen am Gesäß vom letzten Jahr noch nicht verwunden…
Uwe, manchen auch als Herbert K. bekannt, der uns toll unterstützt hat!
Eddi, der sich spontan entschieden hat, unsere Eröffnungsveranstaltung mit Klarinetten-Stücken zu begleiten.
Swastha, alias Myriam, die uns für die Tombola fünf Gutscheine gespendet hat und kräftig bei Ihren Kunden und auf Ihrer Homepage für uns wirbt. Einer der Gewinner bei der Verlosung über den Massage-Gutschein: „Datt is doch ma richtig watt!“ Stimmt!
Fabian M., der bedingt durch eine Verletzung seine Teilnahme kurzfristig absagen musste und dennoch gekommen ist, um sich als Fahrer oder Beifahrer eines Beleitwagens anzubieten! Das ist der Spirite, den wir brauchen!
Dem Tempelteam, der „Alma-Marta“ der Karmariders, die einen netten Abend organisiert haben und die uns bei der Suche nach unserem Platz in der Gesellschaft stark geprägt haben!
Nils S. und Silas S. die es als jüngste Teilnehmer (unter 10 Jahren) mit einigen kurzen Aussetzern geschafft haben auch den „Alten“ ab und an mal zu zeigen wo der Hammer hängt! RESPEKT
Freddi F. der einzige Mann, der auf seinem Fahrrad die ganze Zeit geschlafen hat, ähhh nee, es war ein Liegenfahrrad!
Mario, der für die Kinder im Nord-Osten zum Nordkapp und zurück gefahren ist und es sich gemeinsam mit seiner Frau Bianka nicht nehmen lässt, aus Cloppenburg zur Ruhrpotttour anzureisen. Ohnehin hatten wir einige Weitgereiste, was uns besonders stolz macht. Drei Teilnehmer kamen aus dem Havelland, das ist in Brandenburg, wir hatten Bonner im Feld, „Rider“ aus Haltern, Hamm, Unna, Ennepetal, Goch-Kessel, Landau, Serm, Rheinhausen, Bochum, Essen, Dortmund
Und dann gab sogar noch so Verrückte, die sind ohne Gangschaltung geradelt…
Der Wahnsinn! Nächstes Jahr gibt es wieder eine Tour. Die Vorbereitungen laufen schon, sobald wir mehr wissen, gibt es Infos auf der Homepage.
Allen Helfern einen herzlichen Dank, ohne Euch geht nichts! Danke an: Bernd und Thorsten, Ingo, Mondragoa, dem Don-Bosco-Gymnasium, Eddi, Beate, Heiner, Tom, Jörg, Martin, Kristina, Nina, Jessica, Katrin, Linda, Torben, Jens, Christian, Tobby, Oli, Karsten und auch an alle anderen „kleinen“ Helferlein.
Donnerstag 3. September 2009 von admin
Hinter mir liegt ein Erlebnis der besonderen Art. Zum einen durfte ich bei einer sehr gut organisierten Radtour durch den Ruhrpott mit fahren und möchte dafür allen Verantwortlichen ein großes Lob aussprechen.
Zum anderen habe ich die Erfahrung gemacht, dass der Ruhrpott doch zu einer hügeligen Angelegenheit werden kann. Letzteres wurde mir nach der ich weiß nicht wievielten Steigung schmerzlich bewußt. An einigen dieser Stellen stellte ich mir immer öfter die Frage:“Was tust Du eigentlich hier“? Die Antwort war immer schnell gefunden. „Fahrradfahren für einen guten Zweck“. Dies führte dann immer wieder zu einem Motivationsschub, der mich dann doch bis zum Ende durchhalten ließ.
Als „Liegendtransport“ unterwegs, wurde ich dann häufiger durch die schon seit einigen Jahren immer wieder gestellten Fragen (die ich auch immer gerne beantworte) „ Fällt man damit nicht um“? oder „Ist das schwer damit zu fahren“? von meinen schmerzenden Oberschenkeln abgelenkt.
Vor einer dieser landschaftlichen Erhebungen wollte ein Leidensgenosse aus der Fraktion der Senkrechtsitzer mir eine dieser Fragen stellen. Ich bat ihn um einen Aufschub des Gesprächs bis nach Erreichen des „Gipfelkreuzes“, da ich mit der Formulierung der richtigen Worte so meine Porbleme hatte, brauchte ich doch meinen Mund für die allseits bekannte Schnappatmung.
Meine Aufmerksamkeit wurde auch immer aufs Neue durch die Vorfahrenden geweckt, da diese meist nur zögerlich die Hand zum Anhalten hoben oder vielleicht lieber doch nicht. Meine Sitzposition liegt nun mal ca. einen halben Meter unter dem üblichen Niveau über NN und wurde dadurch zu einer spannenden Geschichte.
Ging es dann endlich mal wieder den Berg runter, sah ich plötzlich wieder diese Hände vor mir. Genauso bei den Steigungen, die ich im Höhenprofil der Route nicht wirklich entdecken konnte. War man (und Frau) so richtig in Schwung……., Hände überall. Warum ich dann bei der ersten La-Ola-Welle schon wieder meine Hände am Bremshebel hatte, ich weiß es nicht.
Bewundert habe ich die Jungs vom Team der „Pommesrider“. Ohne aufwendige Technik aus der Wunderwelt der Schaltungen fuhren sie sehr professionell die Berge rauf und runter. Zu Recht waren sie unter den Gewinnern der Sonderpreise.
„Trotz alles“ war es ein sehr schöner Tag, der mir gezeigt hat, wie man über seine Grenzen hinaus Leistungen abrufen kann.
Wo wir gerade bei Leistungen sind. Der kleine Nils ( nicht aus dem Radio) hat auch unsere Bewunderung verdient. Hat er doch die ganze Tour an der Seite seines Vaters durchgehalten. Alle Achtung!!!
Nicht ganz uneigennützig schlage ich die nächste Tour am Niederrhein vor. Xanten und zurück sind auch 100 Kilometer. Vielleicht ein bißchen mehr Wind, dafür ohne Steigungen.
Immer eine handbreit Luft im Reifen wünscht     Â
Freddy
Mittwoch 2. September 2009 von admin
Dr. Martin Kasper, der Gründer und Stiftungsvorstand von childaid network hat mit seiner Kamera ein paar wirklich schöne Schnappschüsse eingefangen.
Man könnte meinen, dass er in seinem zweiten Leben Fotograf ist! Vielen Dank noch einmal lieber Martin für dein unermüdliches Engagement für Kinder in dieser Welt und für deine schönen Fotos.
Sonntag 30. August 2009 von admin
Tja, so schnell kann es gehen. Unser lieber Mitradler Paule, von den PommesRiders, also einer von den unter den Mitradlern bekannt gewordenen “Piraten” hat schon einen Tagesbericht über die Ruhrpott-Tour der PommesRiders geschrieben. Soviel vorab, die Jungs sind auch zurück mit dem Fahrrad und ich kann Euch versprechen, dass die ne ganze Menge erlebt haben! Ist sehr lesenswert und lustig geschrieben.
Also danke an Paule und viel Spaß beim Lesen
Am Morgen des 29.8.09 treffe ich mich mit DrRenz um 9.30 Uhr am mittlerweile legendären Treffpunkt des Winterpokal-Teams “Annepommestreffer” - und zwar anne Pommesbude in Duisburg-Wedau. Bevor mein Mitfahrer auftaucht, beobachte ich einen SPD-Kommunal-Politiker dabei, wie er mit seinem Vasallen einen Stand aufbaut, also auf Wählerfang geht.
Taktisch äußerst unklug, platziert er - oder vielmehr sein Handlanger, denn er selber tut praktisch nichts - diesen Stand nebst Sonnenschirm so genial, dass er ihn auch direkt hätte auf den Radweg stellen können. Als DrRenz erscheint und wir uns sofort auf den Weg machen, gibt er sich erst gar nicht die Mühe, uns einen Flyer in die Hand zu drücken.
Was auch besser für ihn ist, denn ich hätte ihn selbstverständlich auf die Rad-Politik angesprochen, und er hätte mich mit Sicherheit belogen. Diesen Stand zur Bekräftigung seiner Worte im rückgratlosen Rücken. Okay, wir fahren nach Neudorf, wo red Barba, ebenfalls PommesRider und Annepommestreffer in Personalunion, uns bereits erwartet.
Schnell sind wir in der City und sehen eine Traube Radfahrer in Richtung Stadt-Theater fahren. Der Platz ist gut gefüllt, wir parken die Bikes am Rande des Treibens und werden praktisch sofort auf Zelluloid gebannt. Das wird an unseren ungewöhnlichen Rädern liegen, denn red Barba und ich fahren - in unserer Terminologie so bezeichnete - Eigenbau-Tourencruiser. Zudem fällt auch unser Outfit etwas aus dem Rahmen des Herkömmlichen.
Als ich mir an einem KARMARIDERS-Stand das Anmelde-/Spendenformular besorge, fällt mir sofort die entspannte Atmosphäre auf. Kein Vordrängen und Gerangel, wie es sonst bei Großveranstaltungen anzutreffen ist
. Nachdem wir die T-Shirts - übrigens in erstklassiger Qualität! - und die Drinks in Empfang genommen haben, beobachten wir die Szenerie und warten auf Showa, den letzten PommesRider im Quartett.
Dass er sich aufgrund eines kleinen Verpenners etwas verspäten würde, weiß ich, weil er das um 9.04 Uhr noch im Forum gepostet hat. Einhellig stellen wir fest, dass wir ihn gar nicht erkennen werden, weil wir sinnigerweise erst gar kein Erkennungszeichen ausgemacht hatten
.
Der Schirmherr und Comedy-Star Herbert Knebel haut in seiner unvergleichlichen Art noch ein paar Sprüche von der Bühne, und wenig später wird auch schon der Start eingeläutet. Zähflüssig setzt sich der Tross in Bewegung.
Um das direkt vorweg zu schicken: Ich werde mir genauere Straßen- und Ortsangaben (und damit verbundene Peinlichkeiten er-) sparen, weil es mir wegen meines seit jeher unterentwickelten Orientierungssinnes sowieso egal ist, wo ich fahre. Hauptsache, ich fahre.
Der Lindwurm wälzt sich über Nebenstraßen aus Duisburg hinaus, passiert den Zoo und biegt in Mülheim in Richtung Ruhr ab. Da diese Veranstaltung logischweise angemeldet ist, werden wir von einigen “weißen Mäusen” (früherer Kosename für Motorrad-Polizisten und nicht etwa als Alki-Trugbild misszuverstehen) begleitet.
Ampeln und Verkehrszeichen brauchen uns also nicht zu interessieren. Rot-gelb-grüne Welle für einen guten Zweck. Mit dem erstaunten Unterton eines kleinen Jungen bemerke ich nebenbei, dass ich hier (auf einer Brücke in Mülheim) ja noch nie gewesen sei. Und blamiere mich auch direkt stilvoll, als red Barba mich wissen lässt, dass er sehr wohl schon mal mit mir hier entlang gefahren sei
. Nur eben aus entgegengesetzter Richtung . . .
Wir sehen Menschen, denen wir zuwinken und -klingeln. Und fassungslose Autofahrer, die es einfach nicht begreifen können, dass ihr Brötchenkauf tatsächlich drei Minuten mehr in Anspruch nehmen wird als ursprünglich geplant. Ein erhebendes Gefühl, den Spieß einmal umzudrehen
.
Das Tempo der Gruppe ist unheimlich niedrig, doch ich wusste ja ungefähr, auf was ich mich da einlasse. Selbst Schrittgeschwindigkeit ertrage ich mit der unendlichen Geduld eines opiumumnebelten Sikh. Auch wenn dieser Vergleich völkerkundlich/geschichtlich/kulturell so unpassend ist, dass ich ihn mir vielleicht besser hätte sparen sollen . . .
DrRenz, red Barba und ich vertreiben uns die Zeit, indem wir dezent über schlecht eingestellte Schaltungen, quietschende Ketten und Kilometer zu tief eingestellte Sättel ablästern, allgemein Nonsens reden und hübsche Mädels observieren. Midlife-Crisis, watt will man machen
?!
Zwischenzeitlich klicke ich die Geo-Card in meiner Birne an, um in Erfahrung zu bringen, wo in etwa dieses Essen liegen könnte, und diese Info sinnvoll mit der momentanen Standortbestimmung zu verknüpfen. Leider sieht es auf dieser Card so aus wie im Kopfe Homer Simpsons. Ich erkenne viele weiße Flächen und Fragezeichen.
Warum ich das überhaupt tue?! Nun, ich weiß, dass in Essen der erste Zwischenstopp sein wird. Nein, neeeiiin, ich bin noch nicht am Ende meiner Kräfte, doch es drängt sich langsam ein Problem auf, über das ich zu Hause zwar flüchtig nachgedacht, ihm jedoch keine allzu große Bedeutung beigemessen hatte. Ich umschreibe dieses Problem deshalb so ausführlich, damit sich der wissbegierige Leser ein ungefähres Bild davon zu machen vermag, wie qualvoll es sein kann, im Wortsinne auf die Folter gespannt zu werden.
Trotz aller Subjektivität und Bio-Unkenntnis (noch schlimmer als Geo!) möchte ich mich nicht als die Inkontinenz in Person bezeichnen, aber so langsam wäre es doch an der Zeit, sich des Guten-Morgen-Tees zu entledigen. Auf meinen sonstigen Touren ist das immer ca. eine Stunde nach Aufbruch der Fall, aber jetzt bin ich bereits seit knapp drei Stunden unterwegs.
Kurzum: Den Organisatoren sei Dank, erblicke ich just in dem Moment, als es kaum noch auszuhalten ist, eine langezogene Steigung vor dem Fahrerfeld. Ich trete die Flucht nach vorn an, überhole das mit 7km/h dahinkriechende Peloton, scanne die Wohngegend ab, erspähe eine Hinterhof-Grünanlage, schere geistesgegenwärtig aus, lehne mein Bike an eine - wie nur dafür gemacht scheinende - Balkonbrüstung, wähle ein adäquates Gebüsch aus und . . .
. . ., die näheren Details möchte ich dem Leser jetzt mal ersparen, aber selbst mit Waffengewalt könnte mich niemand von dem abhalten, was ich jetzt tue. Bereits während des Überholmanövers verspürte ich übrigens das Nahen eines Hungerastes; nach Erledigung des ersten Problemes widme ich mich also der raschen Nahrungsaufnahme, indem ich den Not-Energieriegel aus der Packtasche angele.
Den ich mir einverleibe, als ich mich mit dem Feld wieder in Bewegung setze. Das nenne ich ein perfektes Timing! Keine Viertelstunde später erreichen wir den Schulhof des Gymnasiums und legen die erste Rast ein. Aber bis hier hätte ich es echt nicht mehr geschafft. Nach einer Schnitte Brot und einer Zigarette begebe ich mich zu dem KarmaRider mit dem Megaphon auf dem Gepäckträger und stelle die eigentlich überflüssige Frage, ob es auch möglich sei, damit eine Durchsage zu machen.
Und zwar möchte ich Showa, den noch fehlenden PommesRider ausrufen lassen. Als das erfolgt ist, meldet sich zuerst niemand, aber kurz darauf wendet sich Showa wohl mit dem gleichen Anliegen an Megaphon-Man, und der Kontakt ist hergestellt. Zwischendurch lerne ich auch noch Sandhase (Radforums-Mitglied) nebst Frau kennen.
Nach dieser ausgiebigen Pause geht´s weiter in Richtung Bochum. Über diesen Streckenabschnitt weiß ich eigentlich nichts Nennenswertes zu berichten. Ich muss einräumen, dass ich nicht nur ein Geographie- sondern auch ein Kulturbanause bin, aber etwas vom Schlage einer Sevinghausener Kathedrale oder der Hängenden Gärten von Eppendorf wäre selbst mir aufgefallen.
Gegen 15.15 Uhr trudeln wir in BO-Ehrenfeld ein und biegen auf Höhe der Kortumstraße auf ein Gelände ein, das ein verfallenes Bahnhofsgebäude beheimatet. Hier parken wir die treuen Zossen und haben die Möglichkeit, uns in einen gegenüberliegenden Biergarten zu begeben, wo eine Live-Band aufspielt. Red Barba und ich ziehen es jedoch vor, bei den Rädern zu bleiben.
Nicht, weil wir es den KarmaRiders nicht zutrauen, darauf aufzupassen, sondern vielmehr deshalb, weil wir zu unserer “wilden Zeit” genug Rummel erlebt haben. Uns dürstet einfach nicht mehr nach großen Menschenmengen und Remmi-Demmi. Nach einer knappen Stunden brechen wir wieder auf und nehmen den letzten Abschnitt nach Dortmund unter die Räder.
Es dauert nicht lange, und wir entrinnen dem innerstädtischen Straßengewirr, finden uns in einer beinahe ländlich anmutenden Gegend wieder. Die uns zeigt, dass der Ruhrpott sooo flach nun auch nicht ist, denn es warten einige Steigungen auf uns. Die Art und Weise, in der ich diese Hügel angehe, erfolgt nach hundertfach erprobtem Rezept.
Da ich ja über keine Schaltung verfüge und meine Trittfrequenz (bei einer 53:22-Übersetzung) - im Falle der bereits erwähnten 7km/h - nicht in einen 20er Bereich abfallen lassen möchte, bleibt mir nichts Anderes übrig als mächtig Stoff zu geben. Das mag zwar nach “Welle-Macherei” und recht spektakulär aussehen, aber es ist einfach erträglicher. Wenn auch nicht unbedingt erholsam, wie ich in Anbetracht meines 25-Kilo-Bikes und einer 30-jährigen Raucher-Karriere bemerke.
Als wir dann um 18 Uhr noch was in Dortmund hinter dem Bahnhof einrollen, ist dann auch jeder sichtlich zufrieden, es geschafft zu haben. Es steht noch eine Preisverlosung ins Haus, und DrRenz gewinnt einen Radhelm nebst Ortlieb-Regenschirm. Außerdem werden einige Teams “gekürt”, die den Veranstaltern besonders aufgefallen sind.
Sandhase schenkt mir seinen Gewinn. Einen Gutschein über eine Massage in einer Duisburger Massage-Praxis (fast hätte ich “-Salon” geschrieben
), mit dem er als Halterner nichts anzufangen weiß. Dass wir PommesRiders einen der Team-Preise abstauben, wundert mich nicht, da zumindest red Barba und ich mit unseren Rädern natürlich auffallen mussten.
Wir erhalten jeder eine hochwertige Sonnenbrille und ein Käppi
. Anschließend werden alle Mitradler gebeten, ihre Bikes zwecks Rücktransport nach Duisburg zu den bereitstehenden LKWs zu bringen. Als sich der Platz geleert hat, stehen DrRenz, red Barba und ich immer noch dort und quatschen. Ein KarmaRider-Girl kommt zu uns und fragt, was denn mit uns sei.
Wir geben zu verstehen, dass wir per Rad zurückfahren werden - was uns die junge Frau zunächst nicht recht glauben will. Doch red Barba und ich sind ausgesprochene Vielfahrer, und DrRenz schickt sich an, einer zu werden. Das Wetter passt, Proviant und Zeit sind vorhanden, und den speziellen Scheinwerfer habe ich bereits in Duisburg an den Lenker geklemmt gehabt.
Gegen 19 Uhr verabschieden wir uns und finden mit erheblich mehr Glück als Verstand auch direkt einen dieser rotweißen Fahrrad-Wegweiser. Was uns natürlich nicht daran hindert, uns trotzdem nach allen Regeln der Kunst zu verfransen. Nachdem ich festgestellt habe, dass uns Kommentare wie “Nicht jede Straße, die am Anfang nach Süden führt, muss dies auch auf ihrer gesamten Länge tun.” nicht weiterbringen, beschließe ich, besser die Klappe zu halten.
Schließlich finden wir aber einen astrein ausgeschilderten Weg nach Witten, und nachdem ich an einer Trinkhalle meinem Süßigkeits-Kick durch den Raubkauf dreier Twix-Packungen Einhalt gebieten konnte, geht es zügig voran. Kurz vor Erreichen einer zum Radweg umfunkionierten Bahntrasse überholt uns noch ein wild hupender Vollidiot mit Ennepetaler Kennzeichen denkbar knapp, aber um 21 Uhr lassen wir uns zu einer verdienten Pause an der Ruhr nieder.
Wir sitzen auf einer Bank, und uns wird bewusst, dass wir seit nunmehr zwölf Stunden zum ersten Mal auf etwas anderem als einem Fahrradsattel sitzen. Welch ein Genuss! Nachdem wir uns gestärkt haben, starten wir in einen Abend, der vor allem durch eines glänzt: Ruhe. Weitestgehend jedenfalls, denn besonders am Kemnader See ist ´ne Menge Party-Volk unterwegs, aber auch sonst wird in allen möglichen Kanu-Clubs und anderen Vereinsheimen gefeiert.
Wir rollen sehr zügig dahin, der Ruhr-Radweg ist gut zu befahren und vor allen Dingen schön leer. Würzige Abendluft mit einem leichten Herbst-Smell füllt die Lungen. Nach einer guten Stunde legen wir die nächste Pause ein. Motten und andere Viecher umschwirren meinen Scheinwerfer, eine Spinne beginnt mit dem Netzbau (am Lenker), die Ruhr dampft, über uns ein sternenklarer Himmel - was will man mehr?!
Irgendwo kurz vor Hattingen schallt vom jenseitigen Ruhr-Ufer der alte Judas Priest-Song “Breaking The Law” zu uns herüber
. Mann, wie lange hab´ ich den nicht mehr gehört?!! In Hattingen selbst beginnt punktgenau bei unserem Eintreffen ein wunderschönes Feuerwerk, und DrRenz meint, dass man da aber wirklich einen wahnsinnigen Aufwand für uns betrieben habe
.
Eine weitere Stunde später ist die nächste Pause fällig. Nein, wir sind nicht am Ende unserer Kräfte, sondern wir können schlicht und ergreifend nicht mehr lange im Sattel sitzen. Innerhalb des Zeitraumes, den wir mittlerweile im Sattel verbracht haben, hätten wir normalerweise ja schon knapp 200km zurückgelegt.
Und die von mir prognostizierte Endorphin-Ausschüttung (die bei mir erfahrungsgemäß auch dazu taugt, diese Schmerzen zu betäuben), mein herbeigesehntes “Rider´s High”, lässt wahrscheinlich nicht zuletzt deshalb auf sich warten, weil die Fahrt von Duisburg nach Dortmund größtenteils eine Spazierfahrt gewesen ist. Sogesehen sind wir erst vor ein paar Stunden gestartet, haben aber vorher eben schon lange im Sattel gesessen.
In Anbetracht der Tatsache, dass es bis zum Baldeney-See nicht mehr allzu weit ist (und Orte für eine idyllische Pause eher spärlich gesät sind), beschließen wir, bis zu diesem See durchzuhalten. Was uns auch gelingt. So lassen wir uns in der Nähe des Sees nieder. Inzwischen ist es ein Uhr nachts, und es ist richtig frisch geworden.
Ich bin froh, vor ´m Tourstart ein Thermohemd in die Packtasche gestopft zu haben, red Barba hat nichts Vergleichbares dabei. Er ist froh darüber, auf sein KarmaRider-Shirt zurückgreifen zu können. Als auch das nicht mehr reicht, halten wir kurz nach dieser Pause in einer Ortsdurchfahrt erneut an, damit er sich seine Regenjacke überziehen kann.
Er und DrRenz sind an den rechten Fahrbahnrand gefahren und stehen zwischen zwei parkenden Autos, ich stehe am linken Rand, direkt an der Bordsteinkante. In ca. 50 Metern Entfernung sehe ich einen Streifenwagen aus einer Seitenstraße rollen, er biegt ab, steht nun mit der Front in unserer Richtung. Wir hören die blecherne Stimme des Funkgerätes, können allerdings nicht verstehen, was geredet wird.
Mich beschleicht sofort meine typische Paranoia. Sollte das womöglich uns gelten?! Oder vielmehr mir?! Sind die etwa von einem Autofahrer alarmiert worden, den ich versehentlich mit meinem nicht StVZO-gerechten Scheinwerfer geblendet habe? Könnte ja sein, denn ich bin schon einmal während eines Nightrides einer Streife aufgefallen, deren Insassen dachten, dort fahre ein Motorrad durch den Wald.
Rein prophylaktisch hebe ich das Vorderrad auf den Bürgersteig, schalte von 16 auf 10 Watt runter und drehe den Lenker so, dass man aus einiger Entfernung vermuten könnte, es handele sich beim Scheinwerfer um eine ganz normale und vor allem legale Batterie-Lampe. Der Streifenwagen steht dort mit Standlicht, setzt zurück und fährt wieder ein kleines Stück in die Nebenstraße hinein.
Plötzlich vernehmen wir ein seltsames Motorengeräusch, es erinnert ein wenig an einen Trecker. Einige Meter hinter der Seitenstraße schält sich ein Fahrzeug aus der Dunkelheit. Es hat offensichtlich nur einen Scheinwerfer, der zudem sehr trübe leuchtet. Ich denke zuerst an einen dieser alten Einachs-Schlepper (von Holden oder Bungartz), die ich noch aus meiner Kindheit kenne, als sie im Garten- und Landschaftsbau Verwendung fanden.
Doch dazu passt der Rest, den man schemenhaft aus dieser Entfernung erkennen kann, so rein gar nicht. Mit ziemlich kaputtem Sound beschleunigt dieses Fahrzeug und kommt auf uns zu. Vorsichtshalber ziehe ich mein Bike jetzt ganz auf den Bürgersteig, denn irgendwie scheint mir das nicht geheuer zu sein.
Als das Ding nahe genug heran ist, sehen wir, um was es sich handelt. Es ist ein total zerstörtes Auto! Die vollkommen deformierte Motorhaube ist nach oben geklappt/gebogen, der Motor klappert mehr, als dass er läuft. Ich muss automatisch an Steven Spielbergs “Christine” denken. Wie ein wild gewordenes Tier stampft dieser Schrotthaufen an uns vorbei
. Beinahe zeitgleich schießt der Streifenwagen wieder aus der Nebenstraße und nimmt die Verfolgung auf.
Fasziniert und leicht geschockt stehen wir da, beginnen zu spekulieren. Red Barba spricht von einem “Ground Zero on wheels”, denn aus seiner Perspektive konnte er einen Gegenstand erkennen, der wie ein Stahlträger aus dem rechten Kotflügel emporragte. Da quietscht auch schon ein zweiter Streifenwagen um die Ecke, jagt ebenfalls hinterher. Als der Spuk vorbei ist, fahren wir weiter . . .
“Haben die den Kerl geschnappt?”, fragen uns zwei Männer, die vielleicht zweihundert Meter weiter auf der Straße stehen. Ich antworte, dass das wohl anzunehmen sei. DrRenz fragt, was denn genau passiert ist. Tja, da sei wohl jemand so was wie einen Querfeldein-Amok oder ein privates Stock-Car-Rennen gefahren, erzählen sie uns.
An der Stelle, an welcher der beginnende Rad-/Fußweg durch diese Begrenzungsstangen von der Straße abgegrenzt ist, sehen wir einen Innenkotflügel liegen, die Stangen sind stark verbogen. Mann, hätte red Barba nicht seine Regenjacke angezogen, wäre uns “Ground Zero” irgendwo hier begegnet. Ich nenne es mal prämortales Karma, denn um wiedergeboren werden zu können, hätten wir ja vorher sterben müssen
.
Ja, nachts um halb zwei auf Deutschlands Straßen. Irgendein zugekokster und besoffener Yuppie dreht mächtig am Rad - möglicherweise. Wir setzen unseren Weg fort, in Kettwig vor der Brücke verabschiedet sich DrRenz von uns. Um sich erst mal ein wenig zu verfahren, wenn ich das dem GPS-Track richtig entnehme
. Red Barba und ich legen auf dem Mintarder Weg zwischen Feld und Wiese eine weitere Pause ein.
Danach folgen wir dem Ruhr-Radweg noch ein Stück, um dann über Mülheim - genau da, wo ich vor ca. fünfzehn Stunden “Hier war ich noch nie” gesagt habe - wieder in Duisburg einzutauchen. Um kurz vor halb vier trage ich nach 184km mein Bike in den Keller und bin ich echt glücklich, als ich endlich im Bett liege . . .